Petition

24.000 Unterschriften für kostenloses Schulessen

In Thüringen sind sich Eltern, Schüler und Caterer uneins über die Frage, was gutes Schulessen ausmacht.
IMAGO / Westend61
In Thüringen sind sich Eltern, Schüler und Caterer uneins über die Frage, was gutes Schulessen ausmacht.

Mehr als 24.000 Menschen haben bisher eine Petition für kostenloses Schulessen in Deutschland unterschrieben. Das teilte das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung (DNSV) mit, das die an Bundesjugendministerin Lisa Paus gerichtete Petition ins Leben gerufen hat. Das Netzwerk richtet am 4. November 2022 zusammen mit dem Kompetenzzentrum Schulverpflegung den Deutschen Kongress für Schulverpflegung an der Universität Vechta aus.

Eine kostenfreie tägliche warme Mittagsmahlzeit für alle Schüler und Schülerinnen solle als Grundrecht in einem Bundesgesetz verankert werden, fordert das DNSV in der Petition. "In Deutschland muss jedes Kind die gleichen Chancen auf eine gesunde Entwicklung und Bildung erhalten", heißt es.


Wegen der derzeitigen Kostensteigerungen würden auch die Preise für Mittagessen in Schulkantinen steigen, argumentiert das Netzwerk. "Es darf nicht dazu kommen, dass bis zu 10 Euro pro Mahlzeit gezahlt werden müssen." Dies führe dazu, dass Eltern die tägliche Mahlzeit abbestellen - und es sei für die Essenslieferanten existenzbedrohend.

Ein Recht auf warme Mahlzeiten für Schulkinder wäre ein deutliches Signal für mehr Kindergerechtigkeit in Deutschland und stärke Interessen der Kinder in der Rechtsprechung, so das DNSV.

Beim Deutschen Kongress für Schulverpflegung geht es darum, wie das Essen in den Schulen verbessert werden kann. Teilnehmer sind unter anderem CDU-Generalsekretär Mario Czaja, Fernsehkoch Stefan Marquard und die Vorsitzende des Bundeselternrates, Christiane Gotte. Im Zuge des Kongresses verleiht das Netzwerk auch den Kulinarischen Schulmensa-Oskar 2022 für die beste Schulkantine.


Die Ausgabe von kostenlosem Schulessen ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass bei einer kostenlosen Ausgabe zu viele Nahrungsmittel im Müll landen und die Wertschätzung für die Produzenten leidet. Gerade in Berlin wurden diese Vorwürfe zuletzt laut, wo die Stadt seit 2019 das Schüler-Essen kostenfrei anbietet. 

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