Fish International

Deutschlands einzige Fachmesse für Fisch und Seafood ist zurück

Expertenaustausch zu Fisch und Seafood.
M3B, Oliver Saul
Expertenaustausch zu Fisch und Seafood.

Die Fish International, Deutschlands einzige Fachmesse für Fisch und Seafood, geht in die 18. Runde. Sie findet von 4. bis 6. September in der Messe Bremen statt und umfasst viele Foren, Diskussionen und Präsentationen. Fachbesucher aus Fischindustrie und -großhandel sowie Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie treffen Lieferanten aus aller Welt.

In der Messe Bremen dreht sich drei Tage alles um Fisch und Seeafood. Anlass ist die Fish International, die von 4. bis 6. September über die Bühne geht. Erwartet werden 324 Aussteller aus 27 Ländern. Die Auftaktveranstaltung mit Podiumsdiskussion am Sonntag, 4. September, um 11 Uhr in Halle 5 fokussiert auf die Frage wie der Klimawandel die Fischindustrie beeinflusst. Danach stehen beispielsweise folgende aktuelle Themen auf dem Programm:

Aquakultur in Kreislaufanlagen

Die Fischzucht ist der am schnellsten wachsende Sektor in der Lebensmittelindustrie – umso mehr kommt es darauf an, dass sie umweltschonend abläuft. Rezirkulierende Kreislaufanlagen arbeiten dank ausgeklügelter technischer Einrichtungen weitgehend ohne Emissionen. Das hat allerdings seinen Preis. In einer Reihe von Fachvorträgen und Foren thematisiert die fish international deswegen unter anderem praxisnahe Fragen eines wirtschaftlichen Betriebs.

Klimaschutz: Notwendig und sinnvoll

Nord- und Ostsee werden immer wärmer. Seit den 1980er-Jahren hat sich ihre jährliche Durchschnittstemperatur um bis zu zwei Grad Celsius erhöht. Die Auswirkungen sind bereits deutlich zu spüren. Der Kabeljau in der Nordsee wandert Richtung Norden ab. Von Süden rücken eher wärmeliebende Arten wie etwa Tintenfische, Sardinen und Sardellen oder Meerbarben nach. Die Folgen in der weitgehend von Land umschlossenen Ostsee sind noch gravierender: "Fische wie der Dorsch können dort nicht weiter nach Norden ausweichen, die Produktivität nimmt ab und die Bestände gehen zurück", sagt Dr. Gerd Kraus, Meeresbiologe und Leiter des Bremerhavener Thünen-Institutes für Seefischerei.

Aber nicht nur deshalb ist die Klimaveränderung ein wichtiges Thema für die Fischwirtschaft: Wer im eigenen Unternehmen in Klimaschutz investiert, kann dadurch unter Umständen seine Betriebskosten senken und außerdem wichtige Signale an die Kundschaft senden. Auf der Fish international wird daher auch das Thema Klimaschutz in Fachvorträgen und Diskussionen aus diversen Perspektiven beleuchtet.

Fisch und Seafood im Mittelpunkt.
M3B GmbH, Oliver Saul
Fisch und Seafood im Mittelpunkt.

Vegan ist Trend

Der Erfolgsgeschichte veganer Produktalternativen im Fleischbereich folgend, platziert auch die Fischwirtschaft in zunehmendem Maße Zubereitungen auf dem Markt, die ausschließlich auf alternativen Proteinen aus Pflanzen basieren. Wie Produkte hergestellt, in das vorhandene Angebot integriert und erfolgreich vermarktet werden, gehört zu den Themen der fish international. Anstatt Soja, Weizen oder anderen Pflanzen aus dem großflächigen Landanbau verwenden mehrere Herstellende mittlerweile auch Meeresalgen als Basis für ihre Erzeugnisse.

Viel Platz für Neues

Die fish international 2022 ist nicht nur der wichtigste Branchentreff, sondern auch ein Marktplatz für innovative Ideen rund um Produkte, Produktionsverfahren, Marketing und Managementtools. Von Veranstaltung zu Veranstaltung wächst der Ideenreichtum der Fischwirtschaft – das drückt sich auch in der zunehmenden Zahl von Start-ups und jungen Unternehmen auf der fish international aus. Die Messe Bremen hat deshalb die "Newcomer Area" eingerichtet: Der Messestand 5B59 ist speziell für Aussteller gedacht, die neu auf dem "Fischmarkt" sind.

Zum Beispiel Happy Ocean Foods: Die beiden Jungunternehmer Julian Hallet und Robin Drummond geben ihrer veganen Alternative zu einer Meeresdelikatesse eine besondere Form. Mit den Ocean Shrymps haben sie "Garnelen" aus pflanzlichen Proteinen auf den Markt gebracht, die optisch und geschmacklich sowie in ihrer Konsistenz verblüffend nahe an das tierische Original kommen.

Oder The Crushi: Das Unternehmen aus Utrecht möchte die Generation der Millenials näher an das Lebensmittel Fisch heranführen und zugleich Gastronomen ohne Erfahrung mit Meeresdelikatessen einen Einstieg ermöglichen. Dafür haben die Niederländer eine moderne Sushi-Variante entwickelt: Die Außenhaut ist knusprig und warm, der Inhalt gewohnt kühl und aromenreich. Möglich wird dies, weil die Crushis tiefgekühlt geliefert und vor dem Verzehr kurz in heißem Öl ausgebacken werden.

Und PSQR: Das dänische Software-Haus hat sich auf die Lösung einer der größten regulatorischen Herausforderungen für die mittelständisch strukturierte Fischwirtschaft spezialisiert. Hier entwickelt man individuelle Tools für die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Rückverfolgbarkeit der einzelnen Zutaten und des gesamten Produktes. Die Anwendungen sind so ausgelegt, dass sie in vorhandene IT-Strukturen ntegriert werden können.

Filettieren als Zeremenie

Zu den Highlights gehört das Thunfisch-Filetieren in Form einer japanischen Kaitai-Zeremonie am Montag um 13 Uhr in Halle 5. Kaitai, die alte japanische Kunst des präzisen Zerschneidens von großem Thunfisch, wird auch außerhalb Japans immer beliebter. Die Technik, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, erfordert ein genaues Studium der Fischanatomie – und natürlich eine Menge Übung. Das spanische Unternehmen Balfego, das dieses Kaitai-Event ermöglicht, hat ein System geschaffen, das den kompletten Weg der Fische vom Meer bis auf den Teller verfolgt und so für Groß- und Endverbraucher transparent macht. Vertriebspartner in Deutschland sind Deutsche See und Zeelandia van Belzen.

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