Schalke-Legende Yves Eigenrauch

"Schluss mit Einweg auf Schalke!"

Was wäre ein Fußballspiel in der Veltins Arena in Gelsenkirchen ohne ein, zwei Bierchen? DUH und Schalke-Legendes Yves Eigenrauch wollen per Petition Einwegbecher aus dem Getränkeausschank verbannen.
IMAGO / Revierfoto
Was wäre ein Fußballspiel in der Veltins Arena in Gelsenkirchen ohne ein, zwei Bierchen? DUH und Schalke-Legendes Yves Eigenrauch wollen per Petition Einwegbecher aus dem Getränkeausschank verbannen.

Mehrwegbecher im Fußballstadion, ja, Einwegbecher dürfen aber weiter verwendet werden. Trotz mehrfacher gezielter Nachfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) will Fußball-Bundesligist Schalke 04 an Einwegbechern im Stadion festhalten. Zusammen mit Schalke-Legende Yves Eigenrauch hat die DUH nun  die Petition "Schluss mit dem Einweg-Irrsinn auf Schalke! Zeit für ein umweltfreundliches Mehrweg-System in der Veltins-Arena" lanciert.

Zwar kündigt Schalke 04 an, ab 2023 auch Mehrwegbecher für Getränke in der Gelsenkirchener Veltins Arena aufzunehmen. Dennoch will Fußball-Bundesligist Einweg-Plastikbecher und PET-Flaschen nicht vollständig abschaffen. Sowohl die Deutsche Umwelthilfe (DUH) als auch der ehemalige Schalke-Spieler Yves Eigenrauch fordern den Vorstandsvorsitzenden Bernd Schröder auf: "Stoppen Sie die umwelt- und klimaschädliche Einweg-Müllflut auf Schalke!", und verlangen ein klares Bekenntnis zu Mehrweg.

Klare Forderungen gegen die Müllflut

Bislang informiert der Verein, Mehrwegbecher ins Angebot aufzunehmen, um der Mehrwegangebotspflicht ab Januar zu genügen. Da diese Regelung aber weder Einweg-Plastikbecher verbiete noch einen genauen Mehrweganteil als Vorgabe definiere, zweifelt die DUH am Goodwill des Fußballvereins: "Warum nicht gleich komplett auf unökologische Einweg-Plastikbecher und PET-Flaschen verzichten, anstatt nebulös Mehrwegbecher ab 2023 anzukündigen und anschließende Nachfragen unbeantwortet zu lassen?", fragt sich DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Der Verweis auf die gesetzliche Vorschrift werfe mehr Fragen auf, als Antworten geboten würden. Die Mehrwegangebotspflicht ist nach Auffassung der DUH-Expertin kein Garant für einen kompletten Ausstieg aus Einweg. Soft-Drinks in Einweg-Plastikflaschen etwa sind von der Regelung ab Januar nicht betroffen. Barbara Metz: "Nur ein kompletter Umstieg von Einweg auf Mehrweg wäre ein glaubwürdiger und dringend benötigter Beitrag zu mehr Klimaschutz und weniger Plastikabfall. Andere Vereine können es ja auch. Schalke 04 sollte nachziehen und ein klares Statement für den konsequenten Einsatz von Mehrwegbechern abgeben.

Schalke-Legende Yves Eigenrauch erklärt: "Es ist schön, dass sich Schalke 04 nun mit dem Thema Mehrwegbecher beschäftigt. Viel zu lang gehörten unökologische Einweg-Plastikbecher zum Alltag bei Heimspielen der Knappen. Gerade weil ich emotional noch immer sehr eng mit dem Verein verbunden bin, wünsche ich mir einen aufrichtigen und vollständigen Schritt von Einweg- zu Mehrwegbechern."

Mehrwegbecher können laut Studien bereits nach dem fünften Gebrauch eine bessere Umweltbilanz ausweisen als gängige Einwegbecher aus dem Biokunststoff Polymilchsäure (PLA), aus PET oder Polystyrol. Mehrwegbecher werden erfolgreich und effizient seit vielen Jahren auf tausenden Großveranstaltungen eingesetzt und in regional ansässigen industriellen Spülstraßen gereinigt. Die Transportstrecken zum Spüldienstleister und zurück zum Stadion seien dabei meist kürzer als bei Einwegbechern, die häufig im Ausland produziert und importiert werden. 

Fazit: 17 von 18 Bundesligisten nutzen inzwischen wiederbefüllbare Mehrwegbecher, um Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen, nur Schalke erweist sich bislang als Einweg-Dino. Das sollte den Verantwortlichen zu denken geben. 

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