BÖLN | Schulverpflegung

Castrop-Rauxel auf Bio-Kurs

V.l.: Katharina Koch und Rainer Roehl (BioBitte-Partner a'verdis), Regina Kleff (Erste Beigeordnete der Stadt Castrop-Rauxel), Jennifer Podraza (Abteilungsleiterin Offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit), Moderatorin Eva Schlüter (a'verdis) – vor dem Fördergerüst der ehemaligen Zeche Erin in Castrop-Rauxel
BLE / Jannis Reichard (Bande für Gestaltung)
V.l.: Katharina Koch und Rainer Roehl (BioBitte-Partner a'verdis), Regina Kleff (Erste Beigeordnete der Stadt Castrop-Rauxel), Jennifer Podraza (Abteilungsleiterin Offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit), Moderatorin Eva Schlüter (a'verdis) – vor dem Fördergerüst der ehemaligen Zeche Erin in Castrop-Rauxel

Um mehr Bio-Lebensmittel auf die Teller der Schüler zu bringen, kamen Entscheider und Experten im Rahmen der Initiative BioBitte in Castrop-Rauxel zusammen. Die Europa-Stadt will ihre Schulverpflegung neu ausrichten.

Verantwortliche aus Politik, Verwaltung und Schule sowie Vertretungen von Eltern, Schülerinnen und Schülern aus Castrop-Rauxel informierten sich bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Initiative BioBitte über den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Küchen. Im Dienstleistungszentrum (DIEZE) diskutierten und erarbeiteten die mehr als 20 Teilnehmenden gemeinsam erste Ideen für eine nachhaltige kommunale Verpflegungsstrategie. Im Fokus: die Mensen der 18 kommunalen Schulen.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Verpflegung

Mit einer neu ausgerichteten Schulverpflegung will die Europastadt im Grünen einen Meilenstein für eine nachhaltige kommunale Verpflegungsstrategie setzen, wie Regina Kleff in ihrer Eröffnungsrede betonte. Die Erste Beigeordnete der Stadt ist zuständig für Jugend, Schule und Soziales und postuliert: "Als Stadtverwaltung und Schulträger stehen wir in der Verantwortung für eine gesunde und nachhaltige Ernährung der Schülerinnen und Schüler unserer Stadt. Darüber hinaus wollen wir als Kommune unseren Beitrag zu mehr Umwelt- und Klimaschutz leisten."

Da der Öko-Landbau besonders ressourcenschonend und umweltverträglich sei, gehörten Bio-Lebensmittel zu den wichtigen Zutaten für nachhaltiges Schulessen, so Kleff. Außerdem seien sie Fundament für eine nachhaltige kommunale Verpflegungsstrategie, weshalb sie froh gewesen wäre, dass sich ein Großteil der Ratsfraktionen und auch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler am Event beteiligt hätten: "Den Weg zu einer nachhaltigen Verpflegungsstrategie können wir nur gemeinsam gehen, und dabei wollen wir alle Beteiligten mitnehmen"

Nachhaltige Beschaffung? Geht!

Basiswissen zum Einsatz von Bio-Produkten in Schulkantinen und -catering lieferte Katharina Koch vom Beratungsunternehmen und BioBitte-Regionalpartner a'verdis aus Münster. Strategien und andere Kommunen dienten als Beispiele für Erfolgsfaktoren für Städte und Gemeinden, zeigten aber auch auf, welche Hürden zu meistern sind.

Dass die nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln und Catering-Dienstleistungen eine überwindbare Hürde ist, verdeutlichte Rainer Roehl, ebenfalls von a'verdis. Er teilte seine Erfahrungen und motivierte die Teilnehmenden, in den zehn Grundschulen, zwei Förderschulen, zwei Gesamtschulen, zwei Gymnasien, einer Realschule und einer Sekundarschule fortan auf Bio-Lebensmittel zu setzen.

Vorreiter berichten

Dass Bio-Essen auf Speiseplänen von Schulen nicht mehr kosten muss, veranschaulichten Andreas Alischewski und Dagmar de Groot vom Mensaverein der Städtischen Erich-Fried-Gesamtschule in Wuppertal-Ronsdorf. Etwa 80 Prozent der dort eingesetzten Lebensmittel haben Bio-Qualität.

Jennifer Podraza, Abteilungsleiterin Offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit und Co-Ausrichterin der Initialveranstaltung, zog ein positives Fazit: "Bio-Produkte waren bisher kein alleiniger Schwerpunkt bei der Entwicklung unserer Verpflegungsstrategie. Die heutige Diskussion hat aber deutlich gemacht, dass wir ökologisch erzeugte Lebensmittel in unseren weiteren Planungen berücksichtigen sollten." Dabei sei ihr wichtig, die Strategie auch künftig im Dialog mit Politik, Verwaltung, Schulen, Eltern, Lernenden sowie weiteren Akteuren zu erstellen.
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