Biofach 2022

Weltleitmesse als Summer Edition

Mit Bio-Produkten lässt sich eine immer größere Zielgruppe erreichen.
IMAGO / Westend61
Mit Bio-Produkten lässt sich eine immer größere Zielgruppe erreichen.

Die Biofach geht in die 33. Runde und steht in Nürnberg erst- und einmalig im Sommer auf dem Programm. Unter dem Motto "Organic.Climate.Resilience" dreht sich die Weltleitmesse für Bio-Produkte um mögliche Wege zur Klimaneutralität. Wissenswertes erwartet Fachbesucher auch auf der Vivaness, die wie gewohnt in Kombination mit der Biofach stattfindet.

 
Bio ist längst keine Nische mehr und hat sich sogar zum Mega-Trend entwickelt. Auf der Biofach in Nürnberg, die einmalig als Summer Edition stattfindet, treffen sich Experten und Menschen mit Faible für Bio-Produkte. Vom 26. bis 29. Juli 2022 können sie sich informieren, kennenlernen und austauschen. Wie üblich geht die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel in Kombination mit der Vivaness, der Internationalen Fachmesse für Naturkosmetik, über die Bühne. Gemeinsam bieten sie sieben Foren mit etwa 130 Veranstaltungen. Sie befassen sich auf unterschiedliche Weise mit dem diesjährigen Kongressschwerpunkt Organic.Climate.Resilience. Das klare Ziel: eine klimaneutrale Zukunft.

Biofach 2019: Blühende Alternativ-Kultur


Ernährung neu denken

"Das System Bio liefert schon jetzt zukunftsweisende Lösungen für eine nachhaltige Transformation der Ernährungswirtschaft, die wir in den kommenden Jahren deutlich vorantreiben müssen", meint Tina Andres, Vorstandsvorsitzende Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. "Auf dem diesjährigen Kongress wird motiviert, inspiriert, in die Zukunft gedacht. Und notwendige Forderungen konkret an die Politik adressiert." Denn die Weichen für einen Umbau der Landwirtschaft müssten jetzt gestellt werden: Ein Umbau hin zu mehr Ernährungssouveränität und weg von Inputs auf Basis fossiler Energie. Hin zu mehr Resilienz, Kreislaufwirtschaft und starken regionalen Wertschöpfungsketten. Hin zu einer artgerechten, flächengebundenen Tierhaltung und einer Pflanzenproduktion, die Böden und Wasser nicht beschädigt und verschmutzt.
 

Sortiment schärfen

Das Forum Fachhandel thematisiert Herausforderungen für den Handel. "Bio ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch deshalb verändert sich das Alleinstellungsmerkmal des Bio-Fachhandels stark", sagt Danila Brunner, Director Exhibitions Biofach und Vivaness. Jetzt gehe es darum, die Positionierung und das Sortiment zu schärfen, Kommunikationsstrategien aufzusetzen, Mitarbeitende zu schulen und wichtige Schritte Richtung Digitalisierung zu gehen. Das Foren-Programm bietet Fachbesuchern praxisnahe Anregungen zu diesen wichtigen Aufgaben.
 
Mit der "Hirse als Chance in Zeiten des Klimawandels" startet das Forum Landwirtschaft. Es gibt einen umfassenden Einblick in die Dimensionen moderner Öko-Landwirtschaft, von Anbau, Tierhaltung und -schlachtung über Bio-Zertifizierung bis hin zur Betriebsnachfolge.
 

Wege zu mehr Biofläche

Welche Herausforderungen bewältigt werden müssen, um bis Ende dieses Jahrzehnts 30 Prozent Bio-Fläche zu verwirklichen, ist zentrales Thema im Forum Politik. In diesem Zusammenhang kommen folgende Fragen zur Sprache: Braucht es die Wiederbelebung von Dörfern, Stärkung der regionalen Strukturen oder sogar eine neuartige Leistungserfassung der Landwirtschaft, bei der gesellschaftliche Leistungen des Ökolandbaus honoriert würden? Wie könnte letztere erfasst und bezahlt werden? Welche Auswirkungen hat das neue Bio-Recht? Und welche wird der anhaltende Krieg in der Ukraine noch haben?

Einkaufen geht auch ohne Verpackung.
IMAGO / Oliver Langel
Einkaufen geht auch ohne Verpackung.

Verpackt oder unverpackt?

Rund 60 Austeller der Biofach und Vivaness beschäftigen sich mit den neuesten Verpackungstrends. Wie viel Drumherum ist nötig? Wie wenig ist möglich? Experten gewähren etwa Einblick in die Themen "Mehrweg im Biohandel" oder "Wertschöpfungsketten des Unverpackt-Handels".

Verbraucherinnen und Verbraucher achten immer mehr auf die Verpackung und auch die Politik schafft nach und nach entsprechende Rahmenbedingungen. Florian Pachaly, Gründer und Geschäftsführer Recup/Rebowl führt aus: "Die ab 2023 für die Gastronomie geltende Mehrwegangebotspflicht hat komplett neue Grundlagen für den Diskurs rund um Mehrweg/Einweg geschaffen. Unsere Aufgabe als Anbieter ist es nun, die Gastronomie auf dieses Gesetz vorzubereiten." Die deutschlandweit über 11.500 Partnerstellen seines Mehrwegsystems zeigten bereits heute, dass Mehrweg zum neuen Standard werden könne. Erst wenn die Wiederverwendung über dem Wegwerfen stehe, habe die Umwelt eine Chance, dass es rund laufe.
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