BioBitte | Best Practice

Mehr Bio in der Großküche? So funktioniert es!

Die Initiative BioBitte will für mehr Bio in öffentlichen Kantinen und Mensen sorgen. In Berlin-Reinickendorf ist Caterer Abraxas auf einem guten Weg.
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Die Initiative BioBitte will für mehr Bio in öffentlichen Kantinen und Mensen sorgen. In Berlin-Reinickendorf ist Caterer Abraxas auf einem guten Weg.

Über die Initiative "BioBitte" des Bundesprogramms Ökologischer Landbau im Auftrag des Bundesernährungsministeriums (BMEL) fördern Städte den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in öffentlichen Kantinen und Mensen. Viele verzeichnen bereits Erfolge – wie etwa das Kita- und Schulcatering in Berlin-Reinickendorf.

Auf der Homepage bio-bitte.info/gute praxis finden Interssierte Inspiration in Erfolgsgeschichten, Video-Interviews und Informationen zum Netzwerk der Bio-Städte. Enthalten sind zudem praktische Tipps und hilfreiche Kontakte, um sich zum Bio-Einsatz in der AHV auszutauschen.

Bio-Hochburg Berlin

So startete der Berliner Caterer Abraxas 2016 mit einem kleineren Bio-Angebot. Heute sind drei Viertel der Zutaten in Töpfen und Pfannen biologisch erzeugt. Der Speiseplan für rund 5.500 Mahlzeiten täglich wird konstant weiterentwickelt und überzeugt Eltern wie auch die jungen Tischgäste in 16 Kitas und Schulen.

Der Senat gibt dabei nicht nur vor, wie viele Bio-Lebensmittel eingesetzt werden sollen, sondern besteht auch auf einer ausgewogenen Ernährung sowie Fairtrade-Produkten im Portfolio. In Kooperation mit dem Jugendamt werden bei Abraxas auch Köchinnen und Köche und Fachkräfte Küche ausgebildet.

Eine wichtige Stellschraube ist der Wareneinsatz, der mittlerweile über einen zentralen Einkauf gesteuert wird, nicht mehr über die einzelnen Küchen. Weitere Einflussfaktoren sind das Abfallmanagement und das systematische Vermeiden von Foodwaste. Ein professionalisierter 3-Monats-Speiseplan wird im Voraus geplant und regelmäßig auf die Möglichkeit saisonaler Anpassungen überprüft. 

Städte, die mit der Initiative BioBitte konkret den Einsatz von Lebensmitteln aus Bio-Produktion in öffentlichen Großküchen fördern.
BLE
Städte, die mit der Initiative BioBitte konkret den Einsatz von Lebensmitteln aus Bio-Produktion in öffentlichen Großküchen fördern.
Wichtig ist für den Erfolg des Speisenangebots das Gäste-Feedback: Pro Schule bewerten zwei oder drei sogenannte Probierkinder die Gerichte und werden gehört. So wurde etwa ein hochpreisiges aber weniger beliebtes Gericht vom Speiseplan genommen.

Nachhaltigkeit
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Für den Einkauf setzt Abraxas auf einen Hauptlieferanten. Dort kann er bei großen Bestellmengen entsprechend günstige Preise und Lieferbedingungen aushandeln. Nur sehr vereinzelt werden Produkte über weitere Lieferanten bezogen. Um das Bewusstsein der Gäste weiter für Ernährung zu schärfen, können die Kitas und Schulen an einem Ernährungsprojekt teilnehmen. Hier führt eine Ernährungsfachkraft mit den Kindern Projekte zu Nachhaltigkeit, Klima und Ernährungsbildung durch.
Über BioBitte
Ziel der Initiative Gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort will die Initiative BioBitte dazu beitragen, den Anteil von Bio-Lebensmitteln in der öffentlichen Außer-Haus-Verpflegung (AHV) auf 20 Prozent und mehr zu steigern.

Zielgruppen BioBitte richtet sich an politische Entscheiderinnen und Entscheider, Vergabestellen, Fachreferate sowie Leiterinnen und Leiter von Verzehreinrichtungen. Ihnen möchte die Initiative den Weg zu mehr Bio in öffentlichen Küchen ebnen.

Angebote BioBitte bietet praxisnahe Informationsmaterialien und fördert den Erfahrungsaustausch aller Entscheidungsbefugten. Dazu organisiert die Initiative lokale und überregionale Veranstaltungen – vor Ort und online. Die Webseite www.bio-bitte.info liefert Praxisbeispiele und wertvolle Tipps, wie die Umstellung zu mehr Bio in der AHV vor Ort gelingen kann. Ein Themenservice informiert regelmäßig über neue Beiträge.

Die Initiative für mehr Bio in öffentlichen Küchen wird im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des
Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) durchgeführt. Träger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

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