Baden-Württemberg | Bio-Regional-Initiative

Mehr Bio, bitte! Landeseigene Ernährungsstrategie ausgerufen

Der Landwirtschafts- und Ernährungsminister von Baden-Württemberg, Peter Hauk, hat eine landeseigene Kantinenrichtlinie auf den Weg gebracht.
IMAGO / Arnulf Hettrich
Der Landwirtschafts- und Ernährungsminister von Baden-Württemberg, Peter Hauk, hat eine landeseigene Kantinenrichtlinie auf den Weg gebracht.

Das Land Baden-Württemberg will das Essensangebot in den eigenen Hochschulmensen, Kliniken und öffentlichen Kantinen verbessern. Den Weg soll eine landeseigene Ernährungsstrategie ebnen. Landeskantinen müssten ihrer Vorbildrolle mit einem hohen regionalen und bio-regionalen Anteil gerecht werden, sagte Ernährungsminister Peter Hauk (CDU).

„Wir entscheiden auch maßgebend darüber, was und wie von der Landwirtschaft angebaut wird und welche Auswirkungen dies für unsere Natur und das Klima hat.“
Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident Baden-Württemberg
Eine neue Kantinenrichtlinie werde die Mindestanforderungen für die nachhaltige öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln in den Kantinen des Landes festschreiben, kündigte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg an. Der regionale Bio-Anteil solle möglichst bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent steigen. Die Richtlinie werde bis zum Ende des Jahres zwischen Landwirtschafts- und Finanzministerium abgestimmt.

Foodwaste analysieren und reduzieren

Die Richtlinie ist Teil einer "Ernährungsstrategie", die Hauk und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorstellten. "Wir wollen die Menschen für ein vernünftiges Ernährungsverhalten gewinnen und die Folgen einer unausgewogenen Ernährung für Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt weiter in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion rücken", sagte der Regierungschef. Mit der Wahl der Lebensmittel entscheide man nicht nur, ob man sich gesund ernähre. "Wir entscheiden auch maßgebend darüber, was und wie von der Landwirtschaft angebaut wird und welche Auswirkungen dies für unsere Natur und das Klima hat", sagte Kretschmann.

Ernährungsbildung tut not

Ziel ist es unter anderem, Schulungen und Beratungen anzubieten. Das Land will zudem in einer sogenannten Messwoche ermitteln, weshalb Lebensmittel verschwendet werden. Sozial Benachteiligte sollen stärker über eine ausgewogene Ernährung informiert werden.

Zuletzt hatte der Freiburger Gemeinderat mit einem Beschluss für ein vegetarisches Einheitsmenü an Kitas und Grundschulen für Aufsehen gesorgt. Hauk ist dagegen der Meinung, zu einer ausgewogenen Ernährung gehöre auch Fleisch. Eine ausschließlich vegetarische Ernährung als Vorgabe unterstütze sein Ministerium nicht.

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