Bundespräsidialamt

Hohe Subventionen für Sarah Wiener

Bundespräsident Gauck nimmt die Fürsorgepflicht gegenüber seinen 180 Mitarbeitern sehr ernst. Für die Bewirt-schaftung des Betriebsrestaurants in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss Bellevue zahlt das Präsidialamt jährlich 84.000 Euro an das Catering-Unternehmen der TV-Köchin Sarah Wiener.

Der Berliner „Express“ bezieht sich auf Unterlagen des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundes-tages. Die Zahlungen an die Sarah Wiener Berlin GmbH sind danach zum einen als „Verlustausgleich“ in Höhe von 5.500 Euro im Monat und zum anderen als monatlicher Gewinnzuschuss von 1.500 Euro deklariert.

Derartige Subvention von Behördenkantine durch Steuergelder sind ungewöhnlich, räumt das  Finanzministerium gegenüber dem „Berliner Kurier“ ein: „Weder in den Bundes-ministerien noch in den nachgeordneten Behörden erhalten Kantinenpächter Verlust-ausgleichszahlungen oder Gewinnzuschläge.“ Die Mitarbeiter des Bundespräsidialamtes zahlen zwischen 2,90 Euro und 6,30 Euro für ihr Mittagessen.

Frühere Sommerfeste gesponsert

Allerdings ist die TV-Köchin vor Jahren bereits in eine Art Vorleistung gegenüber dem Bundespräsidialamt getreten. Allein für die Sommerfeste 2007 und 2009 wurde das Catering im Gegenwert von rund 28.000 Euro von der Sarah Wiener Berlin GmbH gesponsert.

Ehemalige Pächter machten alle Verluste

In einer Stellungnahme an das Parlament werden die Zahlungen an die Cateringfirma von Sarah Wiener als Mitarbeiterfürsorge begründet: „Das Bundespräsidialamt ist darauf angewiesen, eine eigene Kantine zu betreiben, weil die Liegenschaft isoliert im Tiergarten liegt.“ Seit Beginn des Kantinenbetriebs 1998 hätten sämtliche vier Pächter durchweg Verluste eingefahren. Alle Versuche, dem entgegenzuwirken, seien gescheitert. 

Sarah Wiener kochte einst für hippe Werbeagenturen

Die Sarah Wiener Berlin GmbH bekocht die Präsidentenmitarbeiter mindestens seit 2012. Zu dem bis Ende 2015 laufenden Vertrag wollte sich Sarah Wiener auf Anfrage des „Berliner Kuriers“ nicht äußern. Eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte lediglich, dass man außerhalb des Bundespräsidialamtes „keine weiteren Kantinen“ betreibe.
 
Ihre Koch-Karriere hatte Sarah Wiener vor etwa 25 Jahren mit einer speziellen Form der Betriebsverpflegung gestartet. Mit ihrer ersten Firma Tracking Catering versorgte sie in Berlin Mitte Mitarbeiter von Filmproduktionen und hippen Werbeagenturen.

www.sarahwiener.de

stats