Take-away | Einwegmüll-Reduzierung

Mehrweg wird 2023 Pflicht – ein bisschen!

imago / Stock&People

Mehrweg-Behälter für To-go-Getränke und -Speisen müssen in der Gastronomie ab 2023 mit angeboten werden, es sei denn, eine der Ausnahmen greift. Werden zum Beispiel ausschließlich Mitarbeiter versorgt, sind die Becher an Vending-Automaten von der Mehrwegpflicht ausgenommen. In Produktionsbetrieben sind Mehrwegbecher sogar verboten, so der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV).

 
Das Bundeskabinett hat im Januar eine von Bundesumweltministerin Svenja Schulze eingebrachte Änderung des Verpackungsgesetzes beschlossen. Ab 2023 sind danach Restaurants, Bistros und Cafés, die Essen für unterwegs oder To-go-Getränke verkaufen, dazu verpflichtet, ihre Produkte auch in Mehrwegverpackungen anzubieten. Die Mehrwegvariante darf nicht teurer sein als das in Einweg verpackte Produkt. Mehrwegbecher müssen für alle Angebotsgrößen eines To-go-Getränks zur Verfügung stehen.

Ausnahmen der Mehrwegpflicht

Von der Pflicht, eine Mehrwegalternative anzubieten ausgenommen sind Betriebe, in denen ingesamt fünf Beschäftigte oder weniger arbeiten und mit einer Ladenfläche bis 80 Quadratmeter, also beispielsweise Imbisse, Spätkauf-Läden und Kioske. Aber auch sie müssen die Option bieten, eigene Mehrwegbehälter der Kunden zu befüllen.

Arbeitsschutz vor Umweltschutz

Der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) hat zudem im Vorfeld der Diskussionen um die Gesetzes-Änderung einen weiteren wichtigen Erfolg für die Branche erreicht: Nicht öffentlich zugängliche Verkaufsautomaten in Unternehmen, die ausschließlich der Versorung der Mitarbeiter dienen, sind ebenfalls von der Mehrweg-Pflicht ausgenommen. Das heißt konkret: Einwegbecher dürfen dort weiter wie bisher an den Getränkeautomaten ausgegeben werden. Festgehalten ist dies im Paragraph 33 des Verpackungsgesetzes. BDV-Geschäftsführer Dr. Aris Kaschefi wertet dies als großen Erfolg für die Branche. Denn gerade in Produktionsbetrieben seien allein schon aus Gründen des Arbeitsschutzes Mehrweg-Behälter explizit verboten. Kurzum: Dort ließe sich, selbst wenn man wollte, das Gesetz nicht umsetzen. Hier habe der Gesetzgeber ein Einsehen gehabt, so Aris Kaschefi. Mehr Informationen dazu erhalten Leser auf der Homepage des Verbands.

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